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Aktuell zur Ausgabe 3/2021

Der Herausgeberkreis der ThQ hat mehrheitlich beschlossen, zwei angefragte Beiträge zum Frauenforum des Synodalen Weges für das Heft 3/2021 nicht aufzunehmen, nachdem der eine Beitrag von der Autorin Johanna Rahner zurückgezogen wurde. Sie sieht die gegenwärtige Diskussionslage um Frauen in durch Ordination übertragenen Ämtern als zu verfahren, als dass eine konstruktive theologische Debatte möglich wäre. Die Debatte wird darüber hinaus sehr stark personalisiert. Der Kreis der Herausgeber hat daraufhin auch den zweiten Beitrag, der von Helmut Hoping verfasst werden sollte, abgesagt. Beide Beiträge können in den Augen der Herausgeber als kontroverse Diskussionsbeiträge sinnvoller Weise nur zusammen oder eben gar nicht publiziert werden. Es wurde beschlossen, die Lücke stehen zu lassen und nicht durch Ersatzbeiträge aufzufüllen.


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Leseprobe 2 DOI: 10.14623/thq.2021.3.337–361
Christoph Jacobs / Arndt Büssing
„Was sagst du über dich selbst?“ (Joh 1,22)
Pastoralpsychologische Perspektiven zur priesterlichen Lebenssituation heute
1. „Mach weiter, lieber Bruder!“ Mit diesem Wort ermutigt Papst Franziskus den Münchener Kardinal Reinhard Marx zur Fortsetzung seines Engagements für die Fortsetzung seiner Reformvorhaben im Kontext der Missbrauchsverbrechen. Und er bedankt sich für seinen Mut. Die Ermutigung zum Weitermachen spricht er aus in Anerkennung der Analyse der Situation der Katastrophe, der Schuld und der Krise der Kirche:

„Die gesamte Kirche ist in der Krise wegen des Missbrauchs; ja mehr noch, die Kirche kann jetzt keinen Schritt nach vorn tun, ohne diese Krise anzunehmen. […] Ich stimme Dir zu, dass wir es mit einer Katastrophe zu tun haben: der traurigen Geschichte des sexuellen Missbrauchs und der Weise, wie die Kirche damit bis vor Kurzem umgegangen ist. […] Wir müssen für die Geschichte Verantwortung übernehmen, sowohl als einzelner als auch in Gemeinschaft. Angesichts dieses Verbrechens können wir nicht gleichgültig bleiben. Das anzunehmen bedeutet, sich der Krise auszusetzen. […] Man verlangt von uns eine Reform, die – in diesem Fall – nicht in Worten besteht, sondern in Verhaltensweisen, die den Mut haben, sich dieser Krise auszusetzen, die Realität anzunehmen, wohin auch immer das führen wird.“

Der Synodale Weg soll ein Baustein auf dem Weg der Erneuerung werden. Das Forum II „Priesterliche Lebensform“ ist dabei ein brisantes Forum. Es möchte sich in bewusster Verantwortungsübernahme der gegenwärtigen Situation der Herausforderung stellen, eine Erneuerung der priesterlichen Existenz im Rahmen der Kirche auf den Weg zu bringen. Aus pastoralpsychologischer Perspektive verdichtet und symbolisiert es dabei die verschiedenen Perspektiven und Interessen innerhalb priesterlichen Volkes Gottes. Dazu zählen in besonderer Weise die Priester, die heute in einer priesterlichen Lebensform im engeren Sinne leben. Daher ist es sicher nicht völlig überflüssig, sich zu vergewissern, dass alle Positionen und Interventionen in einem solchen Forum a) emotional aufgeladen und b) „ideologisch“ imprägniert sind.

Eine ausdrücklich als psychologische Interpretation zu kennzeichnende Perspektive könnte noch weitergehen und behaupten: Hier diskutiert die Kirche die widerstrebenden Interessen im Volk Gottes mit Blick auf die gemeinsame Zukunft geradezu stellvertretend an der priesterlichen Lebensform. Es handelt sich quasi um eine Projektion der eigenen Interessen, Emotionen, Wünsche und Impulse, die an einem Stellvertreterobjekt verhandelt werden.

Die Autoren dieses Beitrags möchten einen Beitrag aus wissenschaftlicher Verantwortung leisten. Sie schlagen vor, in psychologisch-empirische Distanz zu gehen. Es braucht in einer solchen Situation wissenschaftliche Denk- und Deutungsmodelle. Und es braucht vor allem eines: nüchterne Daten. Die Autoren möchten – im Bewusstsein der Tatsache, dass auch Empirie eigene Voraussetzungen und Blickverengungen hat – wesentliche Themen des Forums aus psychologischer Perspektive aufgreifen und einige weitere zusätzlich zur Diskussion zu empfehlen. Es geht erstens um grundsätzliche Perspektiven zur priesterlichen Existenz in der Krise und zweitens um Orientierungen für die Verantwortlichen des Forums und die Selbstentwicklung der Priester. Hier wurden oft pointierte Aussagen gewählt, um Wesentliches zu betonen und grundsätzliche Handlungsempfehlungen aussprechen zu können. Selbstverständlich gilt dabei, dass Akzentuierungen auf Mehrheitsbasis ein methodisches Problem haben: Die Mehrheit überdeckt mit ihren Aussagen die „Randgruppen“, in denen zusätzliche Profilkonstellationen viel schärfer zum Tragen kommen, sowohl im Positiven als auch im Negativen. Ein Beispiel: Wenn eine Mehrheit sagt, dass für sie der Zölibat „kein Problem“ ist, so gibt es dennoch viele, für die das nicht zutrifft. Es gilt daher, den unterschiedlichen Profilen und Ausprägungen priesterlicher Existenz unter den Priestern zuzuhören, sie in ihrem Empfinden und Erleben ernst nehmen und Handlungsoptionen entwickeln. [...]


Lesen Sie den kompletten Artikel in der Printausgabe.

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