Theologische Quartalschrift - Startseite
Startseite » Aktuelle Ausgabe » Leseprobe 1
aktuelle
Ausgabe 3/2022


Titelcover der aktuellen Ausgabe 3/2022 - klicken Sie für eine größere Ansicht


Jahresverzeichnis 2021


Aktuelles Jahresverzeichnis


Jahresverzeichnis 2021
als PDF PDF.



Wir über uns

Unsere Schwerpunkte und Akzente finden Sie hier.


Die Schriftleitung


stellt sich hier vor.


Unsere Autoren


Suche in Artikeln

Leseprobe 1 DOI: 10.14623/thq.2022.3.292–305
Thomas Buchschuster / Florian Funer
Bodies in Action
Zur Körperlichkeit des menschlichen Handelns

Zusammenfassung
Häufig liegt in der zeitgenössischen Handlungstheorie der Fokus auf den mentalen Zuständen und Prozessen der Handlungssubjekte. Ansätze einer embodied agency verstehen dementgegen menschliches Handeln als immer schon körperlich und entwickeln davon ausgehend ihr Handlungsverständnis: Handeln wird zum einen durch den Körper ermöglicht, zum anderen auch durch die ‚körperliche Perspektive‘ der Handelnden elementar strukturiert. Darüber hinaus scheint der Körper auch in motivationaler Hinsicht von Bedeutung zu sein. Ein derart verändertes Handlungsverständnis bleibt nicht ohne normative Konsequenzen.

Abstract
In contemporary action theory, the focus is mainly on the mental states and processes of the agents. In contrast, approaches of embodied agency conceptualize human action always as bodily and develop consequently their understanding of action: The body enables to act, but also deeply structures human action through the agent’s ‘bodily perspective’. In addition, the body seems to play a motivational role, too. A thus altered
understanding of action necessarily has normative consequences.

Schlüsselwörter/Keywords

Körperlichkeit; Verkörperung (Embodiment); Handlungstheorie; verkörpertes Handeln;
normative Bedeutung
Corporeality; embodiment; action theory; embodied agency; normative significance

1. Einführung


Menschliches Handeln ist körperliches Handeln: Der paradigmatische Fall der Handlung beinhaltet eine körperliche Bewegung, durch die eine Veränderung in der Welt bewirkt wird.2 Doch was bedeutet es für unser Handeln, dass es sich immer auch körperlich gestaltet? Wie wirkt sich die Körperlichkeit auf die Bedingungen (des moralischen Gelingens) unseres Handelns aus?
Im Laufe der Geschichte haben sich verschiedene Versuche herausgebildet, auf diese Fragen zu antworten. Musikalisch-literarisch – und durchaus amüsant – lässt sich dies z. B. in Emilio de’ Cavalieris geistlicher Oper Rappresentatione di Anima, et di Corpo festmachen, die im Februar des Heiligen Jahres 1600 ihre Uraufführung fand. Dort sieht der Librettist Agostino Manni den Körper (corpo) hinsichtlich des Handelns im steten, aber etwas asymmetrischen Dialog mit der Seele (anima): Im Austausch ihrer Gedanken schreiten die Allegorien Anima und Corpo gemeinsam durch die Welt, beide fest entschlossen, durch moralisch gutes Handeln ihren Platz im Himmel bei Gott zu gewinnen. Die (zumeist) durch nichts vom Ziel abzubringende Anima leitet mit ihren ‚klaren‘ Gedanken den zwar nicht minder entschlossenen, aber für Versuchungen anfälligeren Corpo. Dieser versieht Anima im Gespräch mit Sinnesdaten und hilft ihr so, sich in der Welt zu orientieren – nicht ohne sie jedoch sehnsuchtsvoll auf die sinnlichen Verlockungen hinzuweisen.3 Eher kurios mutet heute hingegen der ‚naturwissenschaftliche‘ Antwortversuch an der im neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert von der sog. Prenologie verfolgt wurde. Diese suchte den moralischen Charakter von Personen anhand ihrer Schädelformen zu bestimmen. So sollte z. B. ein schwach ausgeprägter, flacher Hinterkopf bei Frauen auf fehlende Häuslichkeit und Mütterlichkeit oder eine ‚römische Nase‘ auf Kampfgeist, Debattierlust und Leidenschaftlichkeit hindeuten.4 In handlungstheoretischer und ethischer Hinsicht weitaus vielversprechender und interessanter dürften sich die in jüngerer Zeit vorgelegten philosophischen Ansätze erweisen, die versuchen, über das Paradigma der embodied agency der körperlichen Dimension menschlichen Handelns gerecht zu werden – zumindest jedoch gerechter als bisherige Deutungsversuche. Diese embodied agency-Ansätze sollen den Gegenstand des vorliegenden Artikels bilden.

In einem ersten Schritt sollen zunächst diejenigen Erklärungsversuche menschlichen Handelns in den Blick genommen werden, von denen sich diese Ansätze abzugrenzen versuchen: die zeitgenössische Handlungstheorie und die moderne Philosophie des Geistes. Ihnen werfen embodied agency-Ansätze vor, die menschliche Körperlichkeit allgemein und besonders hinsichtlich des menschlichen Handelns zu vernachlässigen. Daran anschließend werden im zweiten Schritt Entwürfe einer embodied agency herausgearbeitet, die der menschlichen Körperlichkeit in der Handlungstheorie eine entscheidende Bedeutung zumessen – und darin von der zeitgenössischen Kognitionswissenschaft (embodied cognition) unterstützt werden. Ein dritter Schritt soll die bisherigen Einsichten dieser Entwürfe insofern erweitern, als dort dazu angeregt wird, der Körperlichkeit auch im Hinblick auf die Handlungsmotivation größere Beachtung zu schenken. Ein kurzer Ausblick auf mögliche normativ-ethische Konsequenzen eines (erweiterten) embodied agency-Ansatzes in Bezug auf die moralische Zurechenbarkeit und die Verfügungsgewalt über den Körper wird unseren Gedankengang abschließend bündeln.

Zunächst sind jedoch zwei Vorbemerkungen vonnöten. Die erste betrifft den Begriff der agency. Der schwer zu übersetzende Begriff umfasst ein breites Bedeutungsspektrum, das von ‚Handlungsfähigkeit‘ über ‚Handlungsurheberschaft‘ bis hin zu ‚Erleben des eigenen Handelns‘ reicht. Um dieses Spektrum möglichst breit abzudecken und nicht willkürlich zu vereindeutigen, werden wir agency als ‚Handeln‘ wiedergeben. Zweitens muss betont werden, dass neben Ansätzen der embodied agency auch solche der embedded oder extended agency existieren, die zwar dieselbe Stoßrichtung verfolgen, sich aber hinsichtlich ihres Untersuchungsfelds von embodied agency-Ansätzen unterscheiden. Diese bleiben hier unberücksichtigt, da sie in Bezug auf die Körperlichkeit nicht mehr zu leisten vermögen als die hier untersuchten Ansätze.5

2. Die ‚konventionelle‘ Handlungstheorie und der Vorwurf des ‚Cartesianismus‘

Den Ausgangspunkt der Überlegungen zu einer embodied agency bildet zuallermeist die Kritik an denjenigen Auffassungen, die von ihnen als ‚Handlungstheorie der herrschenden Meinung‘ bzw. ‚konventionelle Handlungstheorie‘ (orthodox action theory6) verstanden wird. Diese ‚konventionelle‘ Handlungstheorie wird dabei hauptsächlich mit den in den letzten fünfzig Jahren erfolgten Antwortversuchen auf handlungstheoretische Grundfragen identifiziert, wie sie z. B. von Derek Parfit, Harry Frankfurt oder Donald Davidson vorgelegt wurden.7 Die Ansätze der embodied agency kritisieren hierbei nicht einzelne Aspekte der jeweiligen Antwortversuche, sondern vielmehr den generellen ‚Denkrahmen‘8, in dem sich die ‚konventionelle‘ Handlungstheorie bewegt: Dieser ‚Denkrahmen‘ sei durch einen Intellektualismus (bzw. einen Voluntarismus) geprägt, der den Körper und seine Bedeutung für das menschliche Handeln vernachlässige. Vielmehr konzentrierten sich die verschiedenen Ansätze innerhalb der ‚konventionellen‘ Handlungstheorie allein auf diejenigen Aspekte menschlichen Handelns, die von ihnen im Bereich des Mentalen verortet würden.9 Dass dieser Vorwurf nicht gänzlich unbegründet ist, wird anschaulich, wenn man sich die zentralen Kategorien vergegenwärtigt, mittels derer die ‚konventionelle‘ Theorie die handlungstheoretischen Grundfragen zu beantworten versucht. Als Beispiele sollen im Folgenden die miteinander in engem Zusammenhang stehenden Fragen erstens nach der Unterscheidung von Handeln und Verhalten, zweitens nach der Selbstbestimmtheit (autonomy) unseres Handelns und drittens nach dem Subjekt der Handlung und dessen ‚personaler Identität‘ in den Fokus treten.

Seit ihren Anfängen begleitet die Handlungstheorie das Problem, wie bloßes Verhalten von wirklichem Handeln unterschieden werden kann.10 Die moderne Handlungstheorie versucht diese Frage zuallermeist so zu beantworten, dass sie dasjenige, was Verhalten und Handeln gemeinsam ist, auszublenden versucht und sich auf das Verbleibende konzentriert:

„Orthodox action theory begins with the question: what is left over when I ‘subtract’ my hand’s going up from my raising my hand? The thought is that the structures which remain are those that make for agency – and that this is what matters for understanding agency.“11

Das, was Verhalten und Handeln zu verbinden scheint („my hand’s going up“), sind die in der Perspektive der dritten Person beschreibbare körperliche Bewegung, die sie ausführenden muskulären Kontraktionen, die diese auslösenden neuronalen Impulse. 12 Die moderne Handlungstheorie zieht daraus die (zumeist implizit bleibende) Konsequenz, alle körperlichen Aspekte des Handelns bei der Theoriebildung auszublenden, da sie immer auch Aspekte des Verhaltens zu sein scheinen.13 Sie konzentriert sich daher auf bestimmte mentale Zustände der Handelnden: Diese werden als diejenigen ‚Strukturen‘ identifiziert, die menschlichem Handeln den Handlungscharakter verleihen. Sie zu verstehen und adäquat zu beschreiben, ist dann die notwendige und zugleich hinreichende Bedingung, menschliches Handeln zu verstehen.14 So ist z. B. für Donald Davidson Handeln dadurch entscheidend gekennzeichnet, dass es intentional, d. h. aus einem bestimmten Grund (reason) getan wird. Dieser Grund setzt sich dabei wiederum aus mentalen Zuständen zusammen – einem Wunsch (pro attitude) und einer Überzeugung (belief).15

Ob eine solche Handlung dann jedoch auch als selbstbestimmt (autonomous) gelten kann, entscheidet sich für die ‚konventionelle‘ Handlungstheorie daran, ob die der Handlung zugrunde liegenden Wünsche und Überzeugungen eine kritische Reflexion vonseiten des Handlungssubjekts erfahren haben16, oder daran, ob das Zustandekommen dieser Wünsche und Überzeugungen eine kritische Reflexion erfahren hat und dieser standhalten konnte17, oder schließlich daran, ob die Wünsche mit höherstufigen Wünschen des Handlungssubjekts kongruieren18. Die kritische Reflexion bzw. das Übereinstimmen der Wünsche niederer und höherer Stufe lässt sich aber wiederum im Bereich der mentalen Zustände lokalisieren.19

Eng verbunden mit der Frage nach dem, was eine Handlung als selbstbestimmt qualifiziert, ist die Frage nach der Entität, die selbstbestimmt handelt – dem Subjekt20 der Handlung. Der Begriff der Handlung setzt gemeinhin voraus, dass es ein Subjekt gibt, dem eine Handlung zugerechnet werden kann. Dieses Subjekt überlegt eine bestimmte Handlung, setzt ihre Ausführung in Gang und kontrolliert sie; die Handlung entspricht dem ‚Willen‘ des Subjekts und ist ihm damit zu eigen.21 In der modernen Handlungstheorie wird zuallermeist angenommen, dass dieses Handlungssubjekt durch eine ‚personale Identität‘ gekennzeichnet ist. Diese personale Identität kennzeichnet das Handlungssubjekt je individuell und erlaubt es, ein bestimmtes individuelles Handlungssubjekt von anderen Handlungssubjekten zu unterscheiden.22

Die Mehrzahl der Ansätze zur ‚personalen Identität‘ versteht unter derselben ein im weitesten Sinne einheitliches ordnendes Prinzip. Dieses Prinzip wird z. B. als ein ‚Ich‘ verstanden, als dessen ‚Persönlichkeit‘ (personality), als ein ‚wahres Selbst‘ oder als autobiografischen ‚Erzähler‘23, zumindest aber als ein ‚zentrales Steuermodul‘24. Dieses Ordnungsprinzip erlaubt es, manche Wünsche und Überzeugungen in dessen ‚personaler Identität‘ verankert zu sehen, manche jedoch als dieser Identität fremd zu klassifizieren. 25 Andere Ansätze hingegen sehen die personale Identität vor allem in einer durch die Erinnerung ermöglichten ‚Kontinuität mentaler Zustände‘ (psychological continuity), ohne dass dafür ein Ordnungsprinzip vonnöten wäre.26 Ob man nun eine Ordnungsprinzip-Konzeption personaler Identität vertritt oder jedoch Identität als eine ‚Kontinuität mentaler Zustände‘ versteht – was personale Identität begründet, d. h. was das Handlungssubjekt zu diesem und keinem anderen macht, sind die mentalen Zustände des Subjekts: seine Wünsche und Überzeugungen. Dass das Handlungssubjekt einen individuellen Körper besitzt, scheint für die personale Identität letztlich irrelevant zu sein27:

„Der Kortex und das Denken werden damit zum Sitz der menschlichen Personalität, während der Rest des Körpers ebenso wie die verkörperten Gefühle ohne die kognitiven Erkenntnis- und Steuerungsleistungen nur noch ein Schattendasein führen.“28

Gewiss ist der Körper auch in der ‚konventionellen‘ Handlungstheorie eine Möglichkeitsbedingung dafür, dass das Subjekt handeln kann. Er bietet mit dem Gehirn die Struktur, über die sich die mentalen Zustände neurobiologisch repräsentieren.29 Zusammen mit dem Rest des Nervensystems stellt der Körper damit die Struktur zur Verfügung, durch welche er selbst gesteuert wird. Schließlich ermöglicht es der Körper, sich zu bewegen und so Veränderungen in der Welt zu bewirken. Dass das Handlungssubjekt aber genau diesen Körper und keinen anderen besitzt, erscheint jedoch als prinzipiell kontingent: Sofern die personale Identität durch die Persistenz des Ordnungsprinzips (‚Selbst‘ o. ä.) bzw. durch die Kontinuität mentaler Zustände gewahrt bleibt, erweist sich der Körper als veränderbar oder gar austauschbar.30 Besonders augenfällig wird dies an den identitätstheoretischen Gedankenexperimenten in der Philosophie des Geistes, in denen exakte Kopien des Gehirns – und damit der darin ‚enthaltenen‘ mentalen Zustände – ein Überleben des Handlungssubjekts ermöglichen können, da so die psychological continuity gewahrt bleibe.31 Real drückt sich dies in den Versuchen kommerzieller Projekte inner- und außerhalb des Silicon Valley aus, die an einem sog. mind uploading arbeiten, d. h. an der Übertragung der Gehirn-Daten in ein Rechensystem, das einen Roboter steuert oder einen Avatar generiert. Auf diese Weise soll ein ‚ewiges Leben‘ verfügbar gemacht werden.32 Als Konsequenz der verschiedenen Konzeptionen personaler Identität in der ‚konventionellen‘ Handlungstheorie liegt daher nahe: „The notion of a human body is best left out of philosophy, or at least out of discussions of personal identity.“33 Bezogen auf das Gesamt der Handlungstheorie ließe sich dementsprechend formulieren, dass die Erforschung des Körpers als Möglichkeitsbedingung des Handelns ausschließlich als eine neurobiologische oder physiologische Frage zu betrachten sei, nicht aber als die Aufgabe der Philosophie im Allgemeinen oder der Handlungstheorie im Besonderen.34

An der hier veranschaulichten Konzentration der ‚konventionellen‘ Handlungstheorie auf mentale Zustände erkennen Ansätze, die die Handlungstheorie am Paradigma der embodied agency auszurichten versuchen, einen wiedergeborenen cartesianischen Körper- Geist-Dualismus.35 Dieser Vorwurf ist insofern bemerkenswert, als z. B. Derek Parfit mit seiner Konzeption der psychological continuity eine explizite und vehement vertretene anti-cartesische und materialistisch-monistische Stoßrichtung verfolgt.36 Dennoch scheint für die Kritik auch Parfits Modell auf einen wiedergeborenen Cartesianismus hinauszulaufen: Parfit ersetze lediglich den ‚Geist‘ durch das Gehirn bzw. dessen Inhalte; das Verhältnis von ‚Gehirninhalten‘ zum Körper sei jedoch unverändert cartesianisch konzipiert.37

Der von embodied agency-Ansätzen gegenüber der sog. ‚konventionellen‘ Handlungstheorie erhobene Vorwurf des Cartesianismus und besonders der Ausblendung des Körpers wurde in der Vergangenheit v. a. aus der phänomenologischen Theorietradition heraus formuliert: Die phänomenologische Kritik hält den handlungstheoretischen Cartesianismus zunächst hauptsächlich deshalb für eine defizitäre Beschreibung menschlichen Handelns, da er mit dem Körper eben dasjenige ausblendet, was für das handelnde Subjekt phänomenal erfahrbar ist, und sich mit den mentalen Zuständen bzw. dem Gehirn auf einen Bereich konzentriert, der sich dem phänomenologischen Zugriff entzieht.38

Zu diesem Vorwurf fügen Ansätze der embodied agency einen weiteren hinzu: Dass der Körper ausgeblendet werde, liege ebenfalls daran, dass ein bestimmter Idealzustand des Körpers fälschlich für selbstverständlich gehalten werde. Solange die Handlungstheorie von einem ‚idealen‘ bzw. ‚gesunden‘ Handlungssubjekt ausgehe, erscheine der Körper nur als Möglichkeitsbedingung des Handelns. Wenn die ‚konventionelle‘ Handlungstheorie zwar zu Recht meine, den Körper als Möglichkeitsbedingung voraussetzen zu müssen, sei sie doch der Auffassung, den Körper auch stets in einem ‚idealen‘ Zustand und einer ‚idealen‘ Funktionsweise voraussetzen zu können – und daher weitestgehend ignorieren zu dürfen.39 Eine geeignete Handlungstheorie müsse aber auch den Erfahrungen derjenigen gerecht werden, die ihren Körper nicht (mehr) als selbstverständlichen ‚Hintergrund‘ (background) ihres Handelns verstehen, sondern die ihren Körper aufgrund von Einschränkungen oder physischen Veränderungen (Pathologien, Behinderungen etc.) sehr bewusst im ‚Vordergrund‘ ihres Handelns erleben.40

Es ist das erklärte Ziel der embodied agency-Ansätze, ein verbessertes Verständnis menschlichen Handelns vorzulegen, das den Körper nicht auf eine selbstverständliche Voraussetzung des Handelns reduziert, sondern seiner Bedeutung für das menschliche Handeln, gerade auch jenseits des ‚Idealzustands‘, gerechter wird. Im Folgenden sollen daher diese Gegenentwürfe in den Blickpunkt rücken.

3. Verkörpertes Handeln (embodied agency) als Gegenentwurf zur ‚konventionellen‘ Handlungstheorie


Als Gegenentwurf zu den intellektualistischen oder voluntaristischen Konzeptionen der sog. ‚konventionellen‘ Handlungstheorie wurden zunächst vor allem von phänomenologischer Seite Theorien entwickelt, in denen der körperlichen Verfasstheit des Handlungssubjekts eine weitergehende Bedeutung zukam. Vertiefte Aufmerksamkeit erhält die Körperlichkeit von Personen beispielsweise in der Leibphänomenologie von Marcel Merleau-Ponty41, der sich explizit von bisherigen Theorien abgrenzt:

„[U]nd so bin auch ich keine Reihe psychischer Akte, noch auch übrigens ein zentrales Ich, das diese in einer synthetischen Einheit versammelte, sondern eine einzige, von sich selber untrennbare Erfahrung, ein einziger ‚Zusammenhang des Lebens‘.“42

Er beschreibt den eigenen Körper („corps propre“) als unsere „Verankerung in der Welt“43, unser „Vehikel des Zur-Welt-seins“44 und als „Mittel unserer Kommunikation mit der Welt“45. Das Handlungssubjekt erlebe den eigenen Körper nicht als ein Objekt unter anderen Objekten in der Welt46, sondern als den eigenen Standpunkt, von dem aus es die Welt wahrnimmt und eine Verbindung mit ihr realisiert. Sowohl unsere Wahrnehmung der Welt als auch unser Handeln in der Welt werden dabei Merleau-Ponty zufolge von unseren praktischen Zielen bestimmt, d. h. unseren Plänen und Absichten, die sich als Antworten auf unsere jeweilige Situation und Umwelt entwickeln.47 Dadurch würden bestimmte Objekte oder Möglichkeiten, die praktische Bedeutung für uns haben, in den Vordergrund gerückt, während andere in den Hintergrund gerieten. 48 Welche Objekte oder Möglichkeiten jedoch praktische Bedeutung für uns haben, hängt dabei – auch – von der eigenen körperlichen Konstitution und den körperlichen Fähigkeiten ab. Der eigene körperliche Standpunkt manifestiere sich nach Merleau- Ponty sowohl als „Sedimentation“ als auch als „Spontaneität“.49 Unter „Sedimentation“ ist im weiten Sinne zu verstehen, dass uns Teile unserer Identität wie Gewohnheiten (auch in Form von Körperhaltung, Gestik und Mimik), Fähigkeiten und (frühere) Präferenzen in ‚Fleisch und Blut‘ überzugehen scheinen.50 Durch die mitunter aufwendige Einübung und Wiederholung haben wir mit unserem Körper Fähigkeiten (embodied skills) entwickelt51, in denen sich unsere eigene Persönlichkeit realisiert und ausdrückt: Dies gilt etwa für das Erlernen des aufrechten Ganges, des Sprechens oder Schreibens ebenso wie für das über Jahre hinweg disziplinierte Einüben hochkomplexer Bewegungsabläufe der Artistik und des Tanzes oder eines perfektionierten Umgangs mit einem Musikinstrument. Derartige Bewegungsabläufe sind keineswegs nur ‚auswendig gelernt‘ oder laufen notwendigerweise ‚automatisiert‘ ab, unterliegen sie doch nach wie vor der willentlichen Kontrolle des Handlungssubjekts und sind für dieses verhältnismäßig einfach modifizier- oder übertragbar (z. B. kann ein Orgelvirtuose auf verschiedenen Orgeln virtuos spielen). Vielmehr scheinen sie weder rein automatisch noch vollständig bewusst gesteuert zu werden. Dies wiederum liege – in der Sprache Merleau-Pontys – an der „Spontaneität“, d. h. dem Vermögen, verkörperte Gewohnheiten, Fähigkeiten und Präferenzen nutzen zu können, um mit diesen (angemessen) auf eine veränderte Situation oder Umwelt zu reagieren. Die beiden von Merleau- Ponty hervorgehobenen Manifestationen des körperlichen Standpunkts nimmt Catriona Mackenzie im Rahmen ihrer Theorie personaler Identität wieder auf und unterstreicht dabei deren temporale Bedeutung für unsere Lebensführung:

„Sedimentation and spontaneity are thus not opposed but mutually enabling. They highlight what Merleau-Ponty calls the temporal structure of the body, the way in which present actions are made possible by the accumulated habits and capacities of past actions and open up new possibilities for action in the future.“52

In Anbetracht der Existenz der von Merleau-Ponty (und weiteren) beschriebenen Phänomene wurde die Rolle des Körpers in den vergangenen Jahrzehnten neu in den Blick genommen. Gewissermaßen als Fortführung der phänomenologischen Überlegungen Merleau-Pontys entwickelte sich in der Philosophie des Geistes das Paradigma der embodied cognition, der zufolge das Bewusstsein nicht als bloßes Produkt psychischer bzw. mentaler Zustände und Prozesse verstanden werden sollte, sondern immer schon von der Interaktion mit dem gesamten Körper geformt werde.53 Unterstützung erhalten diese Ansätze auch von Seiten der neueren Kognitionswissenschaft. Zentrales Element der embodied cognition ist das Bestehen einer dialogischen Wechselwirkung zwischen den mentalen Zuständen und Prozessen des Gehirns einerseits und dem wahrnehmenden und beweglichen Körper andererseits, welche sich jeweils gegenseitig bedingen und beeinflussen.54 Das Paradigma der embodied cognition bringt aber notwendigerweise mit sich, dass der Umstand der Verkörperung (embodiment) auch für unser Handeln in mindestens zweierlei Hinsicht entscheidend ist55: Zum einen ist der Körper der Effektor, d. h. das Erfolgsorgan, mit dem und durch das wir handeln. Nur mit dem Körper und durch ihn sind wir überhaupt in der Lage, in unsere Umwelt einzugreifen. Selbst für solche Fälle, in denen Handlungen über die Grenzen unseres Körpers hinausgehen, etwa durch die Hinzunahme von Hilfsmitteln oder Werkzeugen, bedürfen wir notwendigerweise des Körpers, um mit diesen Instrumenten unsere Handlungsziele zu erreichen.56 Was ist nun aber der Unterschied zwischen Hilfsmitteln oder Werkzeugen, die wir zur Erreichung von Handlungszielen hinzuziehen und die durchaus auch einen Status erreichen können, in dem sie geradezu als ‚Teil des Körpers‘ (z. B. der Hammer als ‚verlängerter Arm‘) wahrgenommen werden, und unserem tatsächlichen Körper? Dies führt zur zweiten Besonderheit, die das verkörperte Handeln auszeichnet.

Denn zum anderen begleitet unser Handeln normalerweise unsere Wahrnehmung des Körpers als Effektor unseres Handelns. Das bedeutet nicht, dass wir uns dessen immer bewusst wären; vielmehr zeichnet sich das verkörperte Handeln dadurch aus, dass es zu einem gewissen – vielleicht sogar großen – Teil eben keiner kognitiven Aufmerksamkeit bedarf. Während uns aber das Wissen über die Körper anderer Personen nur diskursiv vermittelt werden kann, haben wir zum Erleben unseres eigenen Körpers einen andersartigen, privilegierten Zugang, da wir diesen ‚von innen‘ wahrnehmen und bewegen.57 Das neurophysiologische Korrelat, dem wir die Wahrnehmung des eigenen Körpers, seiner Lage im Raum sowie der Stellung seiner Teile zueinander verdanken, ist hauptsächlich die sog. Propriozeption (Eigenempfindung), die das Zusammenspiel u. a. des Gleichgewichtssinns, der Sinneszellen der Haut und insbesondere der Rezeptoren für die Tiefensensibilität bezeichnet. Der Umstand, den eigenen Körper auf diese Weise ‚von innen‘ wahrnehmen zu können, ermöglicht es, mit und durch diesen Körper auf eine Weise zu handeln, bei der er nicht lediglich „wie mit einer Fernbedienung“ kontrolliert wird.58 Ohne die kontinuierliche dialogische Interaktion von wahrnehmenden (‚afferenten‘) und motorisch (re-)agierenden (‚efferenten‘) Signalen wären wir nicht in der Lage, durch unseren Körper in einer derart flüssigen und unbedachten Weise zu handeln, wie es unser Handeln üblicherweise kennzeichnet.59 Kurzum: „The body is ever present in the perpetual cycle of perception and action.“60 Der Körper ist daher, so kann hier festgehalten werden, nicht nur eine Möglichkeitsbedingung für unser Handeln und auch nicht lediglich Mittel zur Verwirklichung unserer Handlungspläne, vielmehr strukturiert die Körperlichkeit weite Teile unseres Handelns und unserer Handlungspläne von Grund auf – unser Handeln ist immer schon verkörpertes Handeln.

Wie wesentlich die Körperlichkeit das menschliche Handeln formt, lässt sich gut von Personen lernen, bei denen Einschränkungen oder Veränderungen des Körpers unmittelbar zu Einschränkungen oder Veränderungen des Handelns führen: Häufig setzen wir unsere körperliche Verfasstheit schlicht voraus und machen uns deren Bedeutung für die Einheit unseres Lebens kaum bewusst. Dies ändert sich jedoch oft durch körperliche Einschränkungen oder Veränderungen, die entweder plötzlich einschneidend oder aber allmählich progredient im Leben eines Menschen auftreten können. Beide Formen können das Erleben der eigenen personalen Identität und des eigenen Handelns grundlegend stören und durcheinanderbringen. Diejenigen Personen, die eine solche Veränderung erlebt haben, bezeichnen den sich anschließenden Prozess häufig als einen der (ungewollten) Abwandlung oder Neukonfiguration des eigenen Selbstverständnisses und der eigenen Lebensweise und damit auch des eigenen Handelns.61 Der Körper wird dabei in erster Linie nicht als solcher erlebt, mit dem man aktiv bestimmte Dinge tun kann, sondern als solcher, mit dem man zunächst konfrontiert ist und mit dem etwas geschehen kann. Sowohl hinsichtlich der Konstitution des eigenen Körpers wie auch hinsichtlich mancher Veränderungen oder Geschehnisse an ihm sind wir daher – zumindest zu einem gewissen Grad – passiv: So haben wir etwa keine Kontrolle über unsere (epi-)genetische Ausstattung oder über unsere angeborene Körperform und -funktion sowie möglicherweise bestehende Beeinträchtigungen. Auch haben wir nur einen limitierten Einfluss auf unsere körperlichen Fähigkeiten und Funktionen, wie beispielsweise jene, die Wachstum, Stoffwechsel, Verdauung oder hormonelle (Dys-)Balancen und Zyklen betreffen. Schließlich sind einige körperliche Veränderungen lediglich in Kauf genommene Reaktionen anderer verfolgter Handlungsziele, denkt man etwa an die durchaus weitreichenden Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft oder einer Therapie.

Zur Veranschaulichung der praktischen Bedeutung der Körperlichkeit unseres Handelns und wie dieses durch die körperliche Konstitution beeinflusst wird, sollen hier kurz drei Beispielphänomene skizziert werden62, an die sich theoretische Schlussfolgerungen anschließen. Ein erstes Beispiel: Während Müdigkeit in ihren unterschiedlichen Ausprägungen (Einschränkungen von Aufmerksamkeit, körperliche Anstrengung, erhöhte Affektivität etc.) für viele Menschen lediglich ein wiederkehrendes, aber für das alltägliche Handeln oder die Lebensführung vernachlässigbares Übel ist, stellt sich Müdigkeit bei manchen Menschen in anderer Drastik dar und wirkt sich gravierend auf das Handeln aus. Interindividuell deutliche Differenzen des Schlafbedürfnisses, sowohl hinsichtlich Dauer wie auch Zeitpunkt und Häufigkeit63, können mitunter mit soziokulturellen Rahmenbedingungen und Konventionen konfligieren; wiederum kann die langfristig unzureichende Berücksichtigung des eigenen Schlafbedürfnisses zu chronischer Müdigkeit (Fatigue), reduzierter Leistungsfähigkeit sowie negativen psychischen Folgen führen.

Von besonderer Deutlichkeit der praktischen Relevanz der eigenen körperlichen Konstitution zeugen auch Erlebnisse von Personen, die ihre eigene körperliche Gestalt oder Teile ihres Körpers – aufgrund eines traumatischen Ereignisses ganz plötzlich oder eigentlich schon immer – als nicht eigen, falsch, entstellt, hässlich, zu dick oder zu dünn erleben und für die daraus die Beschäftigung mit dem eigenen Körper oder dessen Teilen zu einem wesentlichen, sogar bestimmenden Moment ihres Alltags werden kann (z. B. übermäßige Körperpflege, häufige Konfrontation mit dem eigenen Spiegelbild, gedankliche Vergleiche mit dem Aussehen anderer).64 Ursächliche Zusammenhänge reichen hierbei zumindest von (epi-)genetischen und hormonellen Voraussetzungen über individuelle Persönlichkeitsmerkmale bis hin zu soziokulturell prägenden Körperbildern65. Die ständige Konfrontation mit der eigenen Körperlichkeit bei jeder einzelnen Handlung kann dabei zu affektiven und sozialen (Abwehr-)Reaktionen führen, die den Alltag und die Lebensführung wesentlich mitbestimmen können.

Dass sich die praktische Relevanz der Körperlichkeit aber keineswegs nur auf ‚pathologische Eigenheiten‘ beschränkt, die nur einen Bruchteil der Menschen betreffen, sondern es hier vielmehr um eine Grundaussage über die Körperlichkeit jedes Menschen geht, lässt sich gut am Beispiel des Alterns verdeutlichen: Wenn auch zu physiologisch bedingt unterschiedlichen Zeitpunkten geht das Altern66 ab einer gewissen Phase mit einem stetigen Rückgang der Widerstandsfähigkeit gegen innere und äußere Stressoren bei gleichzeitiger Abnahme der Restitutionsfähigkeit einher. Der Körper wehrt beispielsweise Infektionen schlechter ab oder verkraftet Stürze immer weniger, benötigt länger zur Wiederherstellung und erreicht immer seltener überhaupt den Zustand, der noch zuvor vorlag.67 Dieser Rückgang der Resistenz des Organismus, der in der Geriatrie mit der sog. frailty beschrieben wird, mag sich anfangs für eine gewisse Zeit oder hinsichtlich einiger Dimensionen körperlich kompensieren lassen; mit zunehmendem Fortschritt der physiologischen Einbußen kann jedoch das ehemals ausbalancierte System des Körpers erheblich gestört werden, bisweilen sogar zusammenbrechen (‚Desorganisation‘). Was zuvor als Handeln vielleicht unbedacht und beiläufig möglich war (Treppenabstieg, Duschen, Essen), verändert sich, fällt schwerer, dauert länger, ‚geht schlicht nicht mehr‘. Gewöhnliche und alltägliche Dinge können auf diese Weise eine ‚wahnsinnig widerspenstige Qualität‘68 erhalten und sich im Falle progredienter Veränderung für die Person als ständig neu zu lösende Herausforderungen darstellen.

Dass sich die immer schon vorhandene Konstitution wie auch plötzlich einschneidende oder allmählich progrediente Veränderungen des eigenen Körpers auf das Handeln der davon betroffenen Person(en) auswirkt bzw. auswirken, scheint zunächst vielleicht trivial. Freilich gehen mit der Zu- oder Abnahme körperlicher Fähigkeiten die Zu- oder Abnahme bestimmter Handlungsoptionen einher; eine Person, die aufgrund einer Lähmung nach einem Unfall auf einen Rollstuhl angewiesen ist, eine Person, die von Geburt an blind ist, oder eine Person, die ihren eigenen Körper als fremd erlebt, wird bestimmte Dinge vielleicht nicht (mehr) tun können, die sie zuvor noch tun konnte oder die andere Personen tun können. Darauf weist auch die Philosophin S. Kay Toombs angesichts ihrer persönlichen Erfahrung eines Lebens mit Multipler Sklerose hin:

„Yet, […] a mechanistic description (based as it is on a biomedical model of disease) captures little, if anything, of my actual experience of bodily disorder. I do not experience the lesion(s) in my brain. Indeed, I do not even experience my disorder as a matter of abnormal reflexes. Rather, my illness is the impossibility of taking a walk around the block, of climbing the stairs to reach the second floor in my house, or of carrying a cup of coffee from the kitchen to the den.“69

Doch über diese Veränderungen der bestehenden Handlungsoptionen hinaus verändern sich auch jene Dinge, die eine Person mit ihrem jeweiligen Körper (noch) tun kann, grundlegend und müssen häufig anders getan werden. Tatsächlich verändern sich etwa verkörperte Fähigkeiten, die einst mühsam eingeübt und erlernt wurden und die vielleicht die eigene Persönlichkeit prägten oder ausdrücken sollten; andere verkörperte Fähigkeiten können vielleicht aufgrund der eigenen körperlichen Konstitution gar nicht erst ausgebildet werden: „In fact, one’s subjectivity seems as much constrained by one’s lived embodiment as expressed through it.“70 So braucht man z. B. für jede einzelne Handlung mehr Zeit, Konzentration und Kraft, braucht für die Ausführung von Handlungen mehr Hilfsmittel, Unterstützung oder Vorbereitung, muss dadurch die Relevanz der Handlung im Gesamt des Tagesablaufs, ja sogar im Gesamt der Lebenszeit neu bewerten und gegebenenfalls langfristig vorgenommene Wünsche, Ziele und Prioritäten neu setzen – kurzum: Durch die je eigene körperliche Konstitution begegnen einem die Welt und die Dinge in ihr hinsichtlich ihrer praktischen Bedeutung auf je andere Weise. Die ‚praktische Sicht in die Welt‘ wird von der je eigenen Körperlichkeit strukturiert („bodily perspective“71).

Zusammengefasst lassen sich die entscheidenden Einsichten, die sich für die Handlungstheorie aus philosophischen Ansätzen der embodied agency und kognitionswissenschaftlichen Modellen der embodied cognition ergeben, folgendermaßen festhalten: Die Merkmale des physischen Körpers schlagen sich insoweit im Handeln einer Person nieder, als dass sie einerseits eine konstitutive Rolle hinsichtlich der Handlungsoptionen (Körper als Möglichkeitsbedingung), andererseits aber auch immer eine kausale Rolle hinsichtlich der Handlungsmodi (Körper als handlungsstrukturierendes Element) spielen. Sie legen den Grund für die bodily perspective des Handlungssubjekts als seine praktische Sicht in die Welt – und strukturieren damit auch die Ziele, die das Subjekt mit seinem Handeln zu erreichen sucht.72 Was in embodied agency-Ansätzen bisher jedoch noch keine zentrale Beachtung zu finden scheint, ist die Frage, ob dem Körper auch in motivationaler Hinsicht eine besondere Rolle zukommt. Es soll im Folgenden aufzuzeigen versucht werden, dass ein umfassender Ansatz der embodied agency auch die motivationale Dimension, die eine wichtige Facette unseres Handelns darstellt, berücksichtigen sollte.

4. Die motivationale Dimension des Körpers und der Entschluss zu einem bestimmten Handeln

Jenseits der philosophischen Untersuchung der Rolle des Körpers als Möglichkeitsbedingung und als strukturierendes Element des Handelns sowie über die Erforschung der bodily perspective des Handlungssubjekts hinaus sollten embodied agency-Ansätze zusätzlich die körperliche Dimension der Motivation zu einem bestimmten Handeln in den Blick nehmen – und damit den Prozess, wie ein Handlungssubjekt zum Entschluss gelangt, auf die eine und nicht auf die andere Weise zu handeln. Denn auch hier, so ist zu vermuten, scheint die körperliche Verfasstheit unseres Handelns von Bedeutung zu sein. Exemplarisch deutlich gemacht werden kann diese Vermutung anhand der von Tamar Schapiro jüngst vorgelegten Untersuchung des Phänomens der ‚Neigungen‘.73 Schapiros Untersuchung ist motivationstheoretisch ausgerichtet und erwähnt das Paradigma der embodied agency an keiner Stelle – obgleich manche ihrer Andeutungen eine dahingehende Sympathie nahelegen könnten.74 Dennoch dürften ihre Überlegungen für die Versuche, zu einem umfassenden Ansatz einer embodied agency zu gelangen, große Relevanz besitzen:

Für Schapiro geht der Willensbildung bzw. dem Entschluss zu einem bestimmten Handeln ein dramatischer Moment („moment of drama“) voraus, in dem sich der Wille des Handlungssubjekts noch unbestimmt zeigt.75 Dieser dramatische Moment kann dadurch gekennzeichnet sein, dass eine ‚Neigung‘ („inclination“) vorliegt, die den noch unbestimmten Willen in eine der Neigung entsprechende Richtung weist.76 Schapiro schreibt diese Neigungen einer ‚Motivationsquelle‘ („motivational source“) zu, die von dem für den Handlungsentschluss zuständigen Vermögen des Handlungssubjekts – dem sog. ‚Entscheidungs-Selbst‘ („deciding self“) – als weiterer Motivationsquelle verschieden ist. Sie versteht diese für die Neigungen verantwortliche Motivationsquelle als ‚instinktives Selbst‘ des Handlungssubjekts („instinctive part of yourself“) bzw. in der von ihr präferierten Terminologie als ‚das Tier in mir‘ („inner animal“).77 Dieses instinktive Selbst verfolge kraft seines Instinkts Ziele, die der Wille des Handlungssubjekts im Moment des Entschlusses sich entweder zu eigen machen oder jedoch ablehnen kann.78 Schapiro zufolge schlägt das instinktive Selbst diese Ziele dem Willen aber nicht etwa vor und wartet dann passiv auf dessen Entschluss. Das instinktive Selbst werde vielmehr bereits selbst aktiv. Dies schlage sich aber nicht (unbedingt) in der Ausführung einer Handlung nieder, sondern eher im Auseinanderfallen der Zielperspektive von Willen und ‚instinktivem Willen‘: „When you are having an inclination, you are drawn out of yourself. Your inner animal is already doing something, while you, qua deciding self, are undetermined.“79

Für die Zwecke dieser Untersuchung bemerkenswert ist jedoch, dass sich die bereits begonnene Aktivität des instinktiven Selbst Schapiro zufolge zwar nicht in der Ausführung einer Handlung, aber dennoch zu einem bedeutenden Anteil körperlich manifestiert:

„[W]hen your inner animal is active, you do characteristically experience various forms of physiological and conscious pressure. When you are inclined to fight back, your heart rate increases, your muscles tighten, your respiration grows shallow, and your attention becomes insistently focused on your foe.“80

Die sich also sowohl bewusst als eben auch körperlich ausdrückenden Neigungen weisen für Schapiro drei Merkmale auf, die die Art und Weise, wie das Handlungssubjekt sich zu einem bestimmten Handeln entscheidet, grundlegend oder – in Schapiros Worten – ‚dramatisch‘ verändern. In ihren Augen sind Neigungen erstens nicht-freiwillig: Das Entscheidungs-Selbst kann sich nicht (zumindest nicht spontan81) dazu entscheiden, zu einer bestimmten Handlung geneigt zu sein.82 Zweitens wirke sich die Neigung insofern auf die Entscheidung aus, als sie das Entscheidungs-Selbst dazu nötige, sich mit der Neigung deliberativ auseinanderzusetzen, d. h. zu entscheiden, ob das Handlungssubjekt der Neigung gemäß oder der Neigung entgegen handeln wird.83 Das dritte und letztlich schwerwiegendste Merkmal erblickt Schapiro jedoch drittens in der Tatsache, dass mit der Neigung ein asymmetrischer Druck („asymmetric pressure“) auf das Entscheidungs-Selbst einhergehe: Es ist ‚leichter‘, sich dafür zu entscheiden, der Neigung gemäß zu handeln als der Neigung entgegen. Umgekehrt bedarf es einer besonderen ‚Willenskraft‘ („will power“), sich gegen die Befriedigung der Neigung zu entscheiden und dementsprechend zu handeln.84 Der asymmetrische Druck umfasst jedoch wiederum eine körperliche Dimension: Laut Schapiro äußert sich er u. a. auch darin, dass die Frustration der Neigung, d. h. ihre (Noch-)Nicht-Befriedigung, ‚körperlich und psychisch schmerzhaft‘ („physically and psychologically painful“) sei.85

Aus der Erste-Person-Perspektive unseres Erlebens des moment of drama weist Schapiros Beschreibung der Neigungen und ihrer Einflussnahme auf unser Handeln hohe Plausibilität auf.86 Wenn diese Beschreibung aber insgesamt zuzutreffen scheint, dann kommt dem Körper im Prozess der Entscheidung zu einer bestimmten Handlung (zumindest anteilig, da gemeinsam mit dem Bewusstsein) eine nicht zu vernachlässigende motivationale Rolle zu, die der weitergehenden Untersuchung bedarf. Wollen embodied agency-Ansätze der Körperlichkeit menschlichen Handelns gerecht werden, werden sie nicht umhinkommen, die motivationale Dimension des Körpers für unser Handeln verstärkt in den Blick zu nehmen.

5. Schluss und normativer Ausblick

Während Ansätze der sog. ‚konventionellen‘ Handlungstheorie sich fast ausschließlich auf psychische bzw. mentale Zustände und Prozesse konzentrieren und hierfür die ideale Funktionsweise des Körpers häufig schlechthin als gegeben voraussetzen, rücken Ansätze des ‚verkörperten Handelns‘ (embodied agency) die individuelle Bedeutung in den Vordergrund, als Handlungssubjekt mit genau diesem und keinem anderen Körper zu handeln. Auf diese Weise gelingt es, auch jene Phänomene menschlichen Handelns, die mit einem vermeintlich nicht ‚ideal‘ funktionalen Körper einhergehen, besser zu beschreiben. Exemplarisch wurde an Unterschieden der körperlichen Konstitution sowie an deren Veränderung veranschaulicht, wie die eigene Körperlichkeit sowohl als Möglichkeitsbedingung als auch als strukturierendes Element des Handelns fungiert. Diese strukturierende Wirkung betrifft den embodied agency-Ansätzen zufolge einerseits den eigenen Standpunkt, von dem aus wir die Welt wahrnehmen und unsere Verbindung mit ihr realisieren (M. Merleau-Ponty), d. h. unsere „bodily perspective“ (C. Mackenzie) bzw. unseren (praktischen) Blick in die Welt bzw. unseren Zugang zu ihr (S. K. Toombs).87 Über die bestehenden embodied agency-Ansätze hinaus muss der Körper jedoch auch in seiner motivationalen Dimension erstgenommen werden: Zwar zwingt er als körperlicher Aspekt von Neigungen (T. Schapiro) uns nicht auf, zu welchem bestimmten Handeln wir uns entscheiden, aber er nötigt uns auf diese Weise erstens durchaus dazu, dass wir die Entscheidung über ein bestimmtes Handeln treffen müssen. Zweitens erschwert er es uns jedoch, uns gegen das von der Neigung nahegelegte Ziel zu entscheiden.88

Diese im Vergleich zur sog. ‚konventionellen‘ Handlungstheorie deutlich weitergehende Bedeutung des Körpers für das Handeln dürfte sich jedoch nicht nur auf dem Gebiet der ‚grauen‘ (Handlungs-)Theorie auswirken, sondern müsste notwendigerweise auch normative Auswirkungen zeitigen. Wie normative Konsequenzen des embodied agency-Ansatzes aussehen könnten, soll abschließend ausblickartig an zwei exemplarisch angeführten Problemkreisen illustriert werden: Zum einen kann die Anerkennung der zentralen Bedeutung von Körperlichkeit als handlungsermöglichendem, -strukturierendem und motivational wirksamem Element Implikationen für die Erfüllung sozialer und normativer Ansprüche aufweisen. So können unterschiedliche körperliche Konstitutionen oder deren diachrone Veränderung (z. B. [epi-]genetische Ausstattung, Hormonstatus und -zyklen) Einfluss auf die Erfüllung von normativen Ansprüchen durch das Handlungssubjekt haben, was zu unterschiedlichen Graden der moralischen Zurechenbarkeit89 einer Handlung – als übliche Grundlage für Tadel, Strafe und Belohnung – führen kann. Dies anzuerkennen, bedeutet keineswegs die Annahme eines deterministischen Verständnisses90 von Körperlichkeit, bei dem bestimmte Körperkonstitutionen zwangsläufig die ‚Kontrolle‘ über Handlungen einschränken oder behindern würden und das Handlungssubjekt dem nicht entgegenwirken könnte.91 Vielmehr stellt die eigene Körperlichkeit eine Disposition dar, durch die die Erfüllung mancher sozialer oder normativer Ansprüche graduell erleichtert oder erschwert werden kann. Gleichzeitig unterstreicht die Einsicht in die handlungsstrukturierende und motivationale Rolle des Körpers aber auch die Notwendigkeit, moralisch angemessene Handlungsweisen und Motivationen (z. B. Neigungen) – im Rahmen des von uns Beeinflussbaren – durch Einübung zu verkörperlichen. 92

Aufgrund der zentralen Bedeutung der Körperlichkeit für Handeln und Selbsterleben von verkörperten bzw. verkörpert handelnden Personen ist auch zu überlegen, in welchem Umfang die herkömmlichen Modelle zur normativen Qualifizierung von unerlaubter und erlaubter fremd- oder selbstbestimmter Verfügung über den Körper zu überzeugen vermögen. Diese gehen zuallermeist von einem Besitzverhältnis der Person ihrem Körper gegenüber aus (bodily ownership) und konzipieren die damit einhergehenden Schutz- und Anspruchsrechte sowie Pflichten analog zu Eigentumsrechten und -pflichten.93 Gemäß dem Paradigma der embodied agency ist der Körper aber kein uns unberührt lassender Besitzstand. Folglich müssen auch die normativen Vorgaben anders konzipiert werden: „Dies beinhaltet neben der Abwehr von Fremdeingriffen [auch die] Grenzen der legitimen Selbstschädigung.“94 Die Verfügung über unseren Körper findet dann ungefähr dort ihre Grenzen, wo sie Gefahr läuft, uns in unserem verkörperten Handeln ungerechtfertigt zu beeinflussen bzw. als verkörperte Handlungssubjekte ungerechtfertigt zu verändern. Menschliches Handeln ist körperliches Handeln.



Anmerkungen

1 | Th. Buchschuster und F. Funer haben hinsichtlich Konzeption, Abfassung und Finalisierung dieses Beitrags zu gleichen Teilen beigetragen (joint first authorship).
2 | Vgl. Hong Yu Wong, Agency and the Body, in: Luca Ferrero (Hg.), The Routledge Handbook of Philosophy of Agency, London 2022, 192–200, 192. Doch auch Handlungen, die keine wahrnehmbare körperliche Bewegung umfassen, wie z. B. die philosophische oder theologische Kontemplation oder Handlungen durch Unterlassen, vollziehen sich körperlich: Die komtemplierende Person befindet sich in einer bestimmten körperlichen Haltung – das Kinn auf den Unterarm gestützt am Schreibtisch sitzend, mit geschlossenen Augen im Ohrensessel ruhend, mit konzentriertem Blick im Betstuhl kniend. Die unterlassende Person unterdrückt den Impuls ihrer Hand, die bereits zuckt, um das unverschämte Gegenüber zu ohrfeigen.
3 | Vgl. Emilio de’ Cavalieri/Agostino Manni, Rappresentazione di Anima, e di Corpo, Rom 1600, hg. v. Dario Zanotti, <http://www.librettidopera.it/ranicor/ranicor.html> (aufgerufen am 01.07.2022).
4 | Vgl. Rebecca Kukla, The Phrenological Impulse and the Morphology of Character, in: Sue Campbell/Letitia Meynell/ Susan Sherwin (Hg.), Embodiment and Agency, Philadelphia 2009, 76–99, 84f.
5 | Siehe dazu z. B. John Haugeland, Der verkörperte und eingebettete Geist, in: Joerg Fingerhut/Rebekka Hufendiek/ Markus Wild (Hg.), Philosophie der Verkörperung. Grundlagentexte zu einer aktuellen Debatte, Berlin 2013, 105– 143; sowie im selben Band Andy Clark/David Chalmers, Der ausgedehnte Geist, 205–223 und Joerg Fingerhut/Rebekka Hufendiek/Markus Wild, Einleitung, 9–102, 91–96.
6 | Vgl. Wong, Agency (wie Anm. 2), 192.
7 | Vgl. z. B. ebd., 192; Thomas Fuchs, Leiblichkeit und personale Identität in der Demenz, in: Deutsche Zeitschrift für Philosophie 66 (2018), 48–61, 51; Catriona Mackenzie, Personal Identity, Narrative Integration, and Embodiment, in: Campbell/Meynell/Sherwin (Hg.), Embodiment and Agency (wie Anm. 4), 100–125, 105; Catriona Mackenzie, On Bodily Autonomy, in: S. Kay Toombs (Hg.), Handbook of Phenomenology and Medicine (Philosophy and Medicine 68), Dordrecht/Boston/London 2001, 417–439, 428f.
8 | Vgl. Fingerhut/Hufendiek/Wild, Einleitung (wie Anm. 5), 9.
9 | Vgl. Wong, Agency (wie Anm. 2), 192; Hong Yu Wong, The Body Schema as a Condition of Possibility for Action, in: Yann Coello/Martin H. Fischer (Hg.), Foundations of embodied cognition: Perceptual and emotional embodiment, London 2015, 135–148, 144; Shaun Gallagher, Dimensions of Embodiment: Body Image and Body Schema in Medical Contexts, in: Toombs, Handbook (wie Anm. 7), 147–175, 147.
10 | Vgl. z. B. Aristoteles’ Differenzierung des Gewollten (ἑκούσιον) und des Ungewollten (ἀκούσιον; EN III 1–3) oder Thomas von Aquins Unterscheidung der auf vernünftige Überlegung zurückgehenden actio humana von anderen actiones hominis (S. th. I-II q. 1 a. 1 sowie z. B. I-II q. 18 a. 9); vgl. Friedo Ricken, Allgemeine Ethik (Grundkurs Philosophie 4), Stuttgart 42003, § 140, 118.
11 | Wong, Agency (wie Anm. 2), 192.
12 | Vgl. z. B. Donald Davidson, Agency (1971), in: Donald Davidson, Essays on Actions and Events, Oxford 22001, 43–61, 59; s. dazu Wong, Agency (wie Anm. 2), 192 sowie Wong, Body Schema (wie Anm. 9), 144.
13 | Vgl. Wong, Agency (wie Anm. 2), 192.
14 | Vgl. ebd.; siehe dazu auch Johanna Rahner, Theologisch-anthropologische Positionen zur Bestimmung des Leib-Seele-Verhältnisses, in: Konrad Hilpert/Jochen Sautermeister (Hg.), Organspende. Herausforderung für den Lebensschutz (Quaestiones Disputatae 267), 206–222, 207–209.
15 | Vgl. Donald Davidson, Actions, Reasons, and Causes (1963), in: Davidson, Essays (wie Anm. 12), 3–19, 5 sowie Davidson, Agency (wie Anm. 12), 43–61. Das Denken des späteren Davidson enthält selbst Elemente eines embodied agency-Paradigmas; s. dazu Jeff Malpas, Donald Davidson, in: Stanford Encyclopedia of Philosophy, Herbst 2021, 4.1.
16 | Siehe z. B. Gerald F. Gaus, The Place of Autonomy within Liberalism, in: John Christman/Joel Anderson (Hg.), Autonomy and the Challenges to Liberalism. New Essays, New York 2009, 272–306, 298.
17 | Siehe z. B. John Christman, Autonomy and Personal History, in: Canadian Journal of Philosophy 21 (1991), 1–24, 10f.
18 | Siehe z. B. Harry Frankfurt, Freedom of the will and the concept of a person, in: The Journal of Philosophy 68 (1971), 5–20.
19 | Vgl. Mackenzie, Bodily Autonomy (wie Anm. 7), 428f.
20 | ‚Subjekt‘ ist hier im annähernden Sinne grammatisch zu verstehen, d. h. als die Entität, die zur relevanten Handlung das engstmögliche Verhältnis – z. B. im Sinne der Handlungs-Ownership – besitzt. Die Verwendung des Subjekt-Begriffs soll möglichst neutral verstanden werden und keineswegs als Festlegung auf irgendein subjekttheoretisches Vorverständnis.
21 | Vgl. Ricken, Allgemeine Ethik (wie Anm. 10), § 116–141, 100–120.
22 | Vgl. Fuchs, Leiblichkeit (wie Anm. 7), 50f.; Mackenzie, Bodily Autonomy (wie Anm. 7), 422–424.
23 | Siehe z. B. Tim Henning, Person sein und Geschichten erzählen (Quellen und Studien zur Philosophie 90), Berlin/ New York 2009; David Velleman, The Self as Narrator, in: John Christman/Joel Anderson (Hg.), Autonomy and the Challenges to Liberalism. New Essays, New York 2009, 56–76; s. dazu auch Diana Tietjens Meyers, Decentralizing Autonomy. Five Faces of Selfhood, in: Christman/Anderson, Autonomy (wie Anm. 23), 27–55.
24 | Vgl. Velleman, Self (wie Anm. 23), 72.
25 | Vgl. Meyers, Decentralizing (wie Anm. 23), 36.
26 | Vgl. Fuchs, Leiblichkeit (wie Anm. 7), 51; Mackenzie, Bodily Autonomy (wie Anm. 7), 423f.
27 | Weniger einflussreich präsentieren sich Theorien der bodily continuity, die die Identität in der numerischen Identität des Körpers verankert sehen, z. B. Eric T. Olson, The Human Animal. Personal Identity without Psychology, Oxford 1997. Doch auch deren Schwerpunktsetzung wird von embodied agency-Ansätzen kritisiert; vgl. Mackenzie, Bodily Autonomy (wie Anm. 7), 101f.: „[B]odily continuity theories do not provide an adequate account of what matters to us about identity, because they are not sufficiently responsive to our intuitions about the importance of psychological continuity for survival, moral [|] responsibility, self-interested concern, and compensation. On the other hand, psychological continuity theorists cannot account for the importance we attach to numerical identity, collapsing the distinction between […] being me and […] being like me.“
28 | Fuchs, Leiblichkeit (wie Anm. 7), 49.
29 | Vgl. Wong, Body Schema (wie Anm. 9), 144.
30 | Vgl. Mackenzie, Personal Identity (wie Anm. 7), 112: „Within the personal identity literature the body tends to be conceptualized in impersonal or third-personal terms, for example, […] by psychological continuity theorists, as an impersonal and replaceable container for psychological contents.“; s. ebenso Mackenzie, Bodily Autonomy (wie Anm. 7), 423f.
31 | Vgl. Derek Parfit, Lewis, Perry, and What Matters, in: Amélie Oksenberg Rorty (Hg.), The Identities of Persons, Berkeley/Los Angeles/London 1976, 91–107, 102.
32 | Vgl. Ulrich Schmid, Die Körper können da nicht mithalten, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 12.01.2022, Nr. 9,
10.
33 | Olson, Human Animal (wie Anm. 27), 150; s. dazu Gallagher, Dimensions (wie Anm. 9), 147.
34 | Vgl. Wong, Agency (wie Anm. 2), 192.
35 | Vgl. Fingerhut/Hufendiek/Wild, Einleitung (wie Anm. 8), 9f.; Fuchs, Leiblichkeit (wie Anm. 7), 50–52; Mackenzie, Personal Identity (wie Anm. 7), 112 u. 114f.
36 | Vgl. Mackenzie, Bodily Autonomy (wie Anm. 7), 422.
37 | Vgl. ebd., 423.
38 | Vgl. ebd.; S. Kay Toombs, Reflections on Bodily Change: The Lived Experience of Disability, in: Toombs, Handbook (wie Anm. 7), 247–261, 247.
39 | Vgl. Wong, Agency (wie Anm. 2), 192; Mackenzie, Personal Identity (wie Anm. 7), 100 u. 114f.; Toombs, Reflections (wie Anm. 38), 259; Gallagher, Dimensions (wie Anm. 9), 147.
40 | Vgl. Mackenzie, Personal Identity (wie Anm. 7), 120–122; Wong, Agency (wie Anm. 2), 193; Toombs, Reflections (wie Anm. 38), 259; siehe dazu auch Patricia Cox Miller, The Corporeal Imagination. Signifying the Holy in Late Ancient Christianity (Divinations: Rereading Late Ancient Religion), Philadelphia 2009, 1f. 41 | Maurice Merleau-Ponty unternimmt seine phänomenologische Analyse des Zusammenhangs von ‚Dasein‘ und
‚Welt‘ – und in Abgrenzung zu Edmund Husserl und Martin Heidegger – ausgehend von der „Körperlichkeit/Leiblichkeit“ als grundlegender Verfasstheit des Subjekts. Mithilfe des Leibes als vermittelnder Instanz, durch die sich der Mensch als Ganzes erlebt, erhofft sich Merleau-Ponty, auch den geistesgeschichtlichen Dualismus zwischen Geist und Körper überwinden zu können. Vgl. hierzu Maurice Merleau-Ponty, Phänomenologie der Wahrnehmung,übers. v. Rudolf Boehm, Berlin 1966.
42 | Merleau-Ponty, Phänomenologie (wie Anm. 41), 463; auch zit. bei Fuchs, Leiblichkeit (wie Anm. 7), 53. Der Begriff
„Zusammenhang des Lebens“ referiert dabei auf Martin Heideggers „Sein und Zeit“.
43 | Merleau-Ponty, Phänomenologie (wie Anm. 41), 174.
44 | Ebd., 106.
45 | Ebd., 117.
46 | Was nicht ausschließt, dass wir unseren Körper manchmal auch als Objekt wahrnehmen und behandeln können.
47 | Vgl. Merleau-Ponty, Phänomenologie (wie Anm. 41), 102; Mackenzie, Personal Identity (wie Anm. 7), 115, entwickelt daraus ihre Konzeption einer „person’s bodily perspective“.
48 | Vgl. Mackenzie, Personal Identity (wie Anm. 7), 115.
49 | Vgl. Merleau-Ponty, Phänomenologie (wie Anm. 41), 158.
50 | Vgl. Fuchs, Leiblichkeit (wie Anm. 7), 52.
51 | „Als Vermögen, das sich ausschließlich in Taten manifestiert, können embodied skills als eine spezifische Weise menschlicher Handlungsfähigkeit bestimmt werden. [Rom] Harré weist den Begriff der embodied skills […] als Kriterium für seinen Personbegriff aus. Gegen eine kognitivistische Tradition, die vor allem Selbstbewusstsein als Konstituens des Personbegriffs erklärte, begreift er die Person wesentlich als leibliches Wesen, ausgestattet mit einem spezifischen Können, das nicht im Bewusstsein, sondern im Leib – und nur dort – lokalisiert ist“; Beate Herrmann, Die normative Relevanz der körperlichen Verfasstheit zwischen Selbst- und Fremdverfügung, in: Jochen Taupitz (Hg.), Kommerzialisierung des menschlichen Körpers (Veröffentlichungen des Instituts für Deutsches, Europäisches und Internationales Medizinrecht, Gesundheitsrecht und Bioethik der Universitäten Heidelberg und Mannheim 28), Berlin/Heidelberg 2007, 173–184, hier: 178.
52 | Mackenzie, Personal Identity (wie Anm. 7), 116f.
53 | Vgl. hierzu etwa Francisco J. Varela/Evan Thompson/Eleanor Rosch, The Embodied Mind. Cognitive Science and Human Experience, Cambridge (MA)/London 1993, hier: Kap. 8; Lawrence Shapiro, Embodied Cognition, London 22019; Lawrence Shapiro/Shannon Spaulding, Embodied Cognition, in: Edward N. Zalte (Hrsg.), The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2021. Die embodied cognition weist starke Überschneidungen zum sog. Enaktivismus auf, der im Wesentlichen die Verkörperung der Kognition noch um die Interaktion mit ihrer Umwelt ergänzt. Da dieser Ansatz jedoch über die Körperlichkeit des Handelns, die das Interesse dieses Artikels bildet, hinausgeht, soll er hier nicht weiterverfolgt werden. Vgl. vertiefend dazu: Evan Thompson, Mind in Life. Biology, Phenomenology, and the Sciences of Mind, Cambridge (MA)/London 2007, hier: Kap. 1.
54 | Während es vielleicht offensichtlich erscheinen mag, dass sich psychische Zustände und Aktivitäten als Haltung, Gestik oder Mimik im Körper manifestieren können, sei hier auch auf den weniger offensichtlichen Einfluss von körperlichen Zuständen und Aktivitäten auf psychische Zustände hingewiesen, der mittlerweile auch therapeutisch zur Veränderung von Kognitionen genutzt wird (z. B. Meditation, Achtsamkeitsansätze). Vgl. zum Überblick Wolfgang Tschacher/Maja Storch, Die Bedeutung von Embodiment für Psychologie und Psychotherapie, in: Psychotherapie 17 (2012), 259–267.
55 | Vgl. hierzu Hong Yu Wong, Embodied Agency, in: Philosophy and Phenomenological Research 97 (2018), 584–612; Brian O’Shaugnessy, The Will. A Dual Aspect Theory, Vol. I, Cambridge 2008.
56 | Vgl. Wong, Body Schema (wie Anm. 9), 139.
57 | Vgl. Hermann, Normative Relevanz (wie Anm. 51), 179.
58 | Vgl. zu dieser Begriffsnutzung Hong Yu Wong, On the Significance of Bodily Awareness for Bodily Action, in: The Philosophical Quarterly 65 (2015), 790–812.
59 | Als klassisches Beispiel zur Verdeutlichung dienen etwa Personen mit einer sog. Deafferenzierung, d. h. dem Verlust von Propriozeption durch die Unterbrechung der neuronalen Signalweiterleitung an das Gehirn (z. B. nach Durchtrennung eines peripheren Nervs). Während Personen mit funktionierender Propriozeption häufig Bewegungen, wie den aufrechten Gang, als verhältnismäßig ‚automatisiert‘ erleben, erfordert das Gehen bei Personen mit Deafferenzierung eine erhöhte Aufmerksamkeit, um beispielsweise durch kontinuierliche visuelle Kontrolle die fehlende Propriozeption auszugleichen. Dies führt bei betroffenen Personen häufig zum Erleben größerer Anstrengung und anhaltender Gangunsicherheit.
60 | Wong, Body Schema (wie Anm. 9).
61 | Vgl. auch Mackenzie, Personal Identity (wie Anm. 7), 118.
62 | Üblicherweise werden hier vor allem neurologische Pathologien (wie die Deafferenzierung, chronische Schmerzsyndrome, Gleichgewichtsstörungen oder sog. ‚Phantomschmerzen‘) angeführt, anhand derer etwa die (nicht) konstitutive Bedeutung von Propriozeption (oder deren Einzelaspekte) für das Handeln möglichst präzise diskutiert werden kann (vgl. Anm. 59); vgl. etwa Frederique de Vignemont, Body schema and body image – Pros and cons, in: Neuropsychologia 48 (2010), 669–680. Unser Anliegen ist es jedoch, auf die Bedeutung der Körperlichkeit in der Breite unseres Handelns hinzuweisen, weshalb hier zugänglichere, dafür aber weniger präzise Beispiele genutzt werden.
63 | Vgl. z. B. Hans P. van Dongen/Kristen M. Vitellaro/David F. Dinges, Individual Differences in Adult Human Sleep and Wakefulness: Leitmotif for a Research Agenda, in: Sleep 28 (2005), 479–496.
64 | Es wäre zu einfach, sich hierbei allein auf das Vorliegen diagnostizierter Erkrankungen, wie etwa einer Somatoparaphrenie (Störung der Wahrnehmung des eigenen Körpers oder seiner Teile als eigen) oder einer körperdysmorphen Störung (Körperschemastörung), auszuruhen. Manifestationsformen existieren hier vielmehr – mit graduell unterschiedlicher Ausprägung und Relevanz für das Handeln – auch weit unter einer pathologischen Schwelle.
65 | Vgl. zum Einfluss von soziokulturell vermittelten Körperbildern für die Wahrnehmung der eigenen Körperlichkeit etwa Hermann, Normative Relevanz (wie Anm. 51), 178f., oder auch Thomas Fuchs, Gibt es eine leibliche Persönlichkeitsstruktur? Ein phänomenologisch-psychodynamischer Ansatz, in: Psychodynamische Psychotherapie 5 (2006), 109–117, hier 113: „Freilich verläuft die Entwicklung der leiblichen Struktur aus der zwischenleiblichen Sphäre heraus nicht bruchlos. Sie schließt auch das ein, was wir Inkorporationen nennen können, d. h. Überformungen primärer leiblicher Erfahrungen, sei es durch die Übernahme von fremden Haltungen oder Rollen, sei es durch einschränkende, schmerzhafte oder traumatisierende Erlebnisse, die sich dem Leibgedächtnis einschreiben“. In einem weiteren Sinn vgl. zur Rolle von Körperbildern für die eigene Identitätsbildung auch den Beitrag von Valesca Baert- Knoll, Stefan Metz und Laura Mößle in diesem Themenheft.
66 | Vgl. auch den Beitrag eigens zu diesem Thema: Michael Coors, Embodied Time. The Narrative Refiguration of Aging, in: Mark Schweda/Michael Coors/Claudia Bozzaro (Hg.), Aging and Human Nature. Perspectives from Philosophical, Theological, and Historical Anthropology (International Perspectives on Aging 25), Cham 2020, 129–141.
67 | Vgl. exemplarisch Andreas Kruse, Vom Leben und Sterben im Alter. Wie wir das Lebensende gestalten können, Stuttgart 2022, 18.
68 | Vgl. Toombs, Reflections (wie Anm. 38), 250: „maddeningly resistant quality“.
69 | Toombs, Reflections (wie Anm. 38), 247.
70 | Mackenzie, Personal Identity (wie Anm. 7), 117.
71 | Ebd.
72 | Diese Einsicht hat auch bedeutende Implikationen für (sozial-)pädagogische, psychologische oder medizinische Maßnahmen zur kurativen oder rehabilitativen Behebung oder Minderung von möglichen körperlich-einschränkenden Zuständen. Das Ziel der (Wieder-)Herstellung verkörperten Handelns bedeutet, zumindest diese beiden Rollen des Körpers angemessen zu berücksichtigen, und damit die praktische Sicht in die Welt, die bei unterschiedlichen Personen durchaus unterschiedlich ausfallen kann, in den Mittelpunkt der Auswahl geeigneter Maßnahmen zu stellen.
73 | Tamar Schapiro, Feeling Like It. A Theory of Inclination and Will, New York 2021.
74 | Vgl. ebd., 106: „[I am not] presupposing that action is bodily movement that is caused by a prior and independent mental event, for example the forming or having of an intention. […] I will not argue the point here, but I believe this two-step picture of action attempts to explain how volitional activity happens by positing a volitional state or process that causes or constitutes it. As I made clear at the outset, I am not engaged in that kind of explanatory project.“
75 | Vgl. ebd., 9f.
76 | Vgl. ebd., 132. Der Neigungs-Begriff Schapiros ist angelehnt an Kants Neigungs-Verständnis (sc. Kants Unterscheidung in ‚Neigung‘ und ‚Pflicht‘; vgl. ebd., 29f.), wodurch er einen moralisch neutralen bis zweifelhaften Charakter annimmt. Es wäre interessant, ihren Neigungs-Begriff ins Gespräch mit dem thomanischen Verständnis der positiv konnotierten und normativ bedeutsamen inclinationes naturales zu bringen, s. zum Beispiel S. th. I-II q. 94 a. 42 co.
77 | Vgl. Schapiro, Feeling like it (wie Anm. 73), 2.
78 | Vgl. ebd., 131.
79 | Ebd., 145.
80 | Ebd., 146; Hervorhebung hinzugefügt.
81 | Vgl. ebd., 125: „Still, you can deliberately cultivate your inclinations over time. You can train your inner animal, by engaging its intelligence, its capacity to extend its instinctive repertoire.“
82 | Vgl. ebd., 31f.
83 | Vgl. ebd., 126f.
84 | Vgl. ebd., 141.
85 | Vgl. ebd., 146.
86 | Dies gilt jedoch nur für ihre Beschreibung des moment of drama vor der Entscheidung und ihren generellen Annahmen zum Phänomen der Neigungen. Wie sie aufgrund ihrer Überlegungen das Phänomen der Willensschwäche zu erklären versucht, ist deutlich weniger plausibel, da ihre Erklärung dem phänomenalen Erleben von Willensschwäche nicht gerecht wird; s. ebd., Kap. 6, 137–161.
87 | Siehe dazu Abschnitt 3.
88 | Siehe dazu Abschnitt 4.
89 | Vgl. zur Zurechenbarkeit etwa Ricken, Allgemeine Ethik (wie Anm. 10), 100--132. Beispielsweise kennt das Recht
Formen von (mittelbar) körperlich bedingter verminderter ‚Zurechnungs-‘ oder ‚Schuldfähigkeit‘ (vgl. substanzbedingte Intoxikationen, Taten beim Vorliegen endogen oder exogen bedingter Psychosen, tiefgreifender Bewusstseinsstörungen usw.), bei denen der Einfluss auf die Einsichts- und Steuerungsfähigkeit untersucht wird. Vgl. auch zur Notwendigkeit eines „sense of agency“: Patrick Haggard, Sense of agency in the human brain, in: Nature Reviews Neuroscience 18 (2017), 196–207.
90 | Derartige deterministische Ausdeutungen der Körperlichkeit erfolgten seit dem 19. Jahrhundert immer wieder in kriminalbiologischen Ansätzen, wie etwa der Suche nach den körperlichen Merkmalen eines „geborenen Verbrechers“ (vgl. Cesare Lombroso, L’uomo delinquente. In rapporto all’antropologia, alla giurisprudenza ed alle discipline carcerarie, Turin/Bocca 1876), bis hin zu „rassenbiologischen“ Typologien des Nationalsozialismus; vgl. hierzu etwa Nadine Hohlfeld, Moderne Kriminalbiologie. Die Entwicklung der Kriminalbiologie vom Determinismus des 19. zu den bio-sozialen Theorien des 20. Jahrhunderts. Eine kritische Darstellung moderner kriminalbiologischer Forschung und ihrer kriminalpolitischen Forderungen (Würzburger Schriften zur Kriminalwissenschaft 2), Frankfurt a. M. 2002; vgl. auch Kukla, Phrenological Impulse (wie Anm. 4).
91 | Vgl. hierzu etwa die Geschichte des Hirnforschers James Fallon; vgl. etwa Bastian Berbner, „Ein Psychopath?“, in: ZEIT Online, 01.08.2021, <https://www.zeit.de/2021/31/hirnforschung-james-fallon-serienmoerder-psychopathhirnmuster- neurobiologie/komplettansicht> (aufgerufen am 18.6.2022). Weiterführend auch: Adrian Raine, The Anatomy of Violence. The Biological Roots of Crime, New York 2013. 92 | Vgl. dazu Anm. 81 sowie die Einübung der Tugenden bei Aristoteles, EN II 1. 93 | Vgl. Mackenzie, Bodily Autonomy (wie Anm. 7), 421.
94 | Hermann, Normative Relevanz (wie Anm. 51), 182.


Zurück zur Startseite

Abonnements


Abonnements

Sie haben die Wahl ...

weitere Infos zu unseren Abonnements


Anzeigen


Mit Anzeigen und Inseraten erreichen Sie Ihre Zielgruppe. Anzeige aufgeben


Unsere Dienstleistung für Verlage, die Ihr Abogeschäft in gute Hände geben wollen.


aboservice

mehr
Informationen


Theologische Quartalschrift
Telefon: +49 (0) 711 44 06-140 · Fax: +49 (0) 711 44 06-138
Senefelderstraße 12 · D-73760 Ostfildern
Kontakt | AGB | Datenschutz | Impressum