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Ausgabe 2/2022


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Info zur Ausgabe 3/2021

Der Herausgeberkreis der ThQ hat mehrheitlich beschlossen, zwei angefragte Beiträge zum Frauenforum des Synodalen Weges für das Heft 3/2021 nicht aufzunehmen, nachdem der eine Beitrag von der Autorin Johanna Rahner zurückgezogen wurde. Sie sieht die gegenwärtige Diskussionslage um Frauen in durch Ordination übertragenen Ämtern als zu verfahren, als dass eine konstruktive theologische Debatte möglich wäre. Die Debatte wird darüber hinaus sehr stark personalisiert. Der Kreis der Herausgeber hat daraufhin auch den zweiten Beitrag, der von Helmut Hoping verfasst werden sollte, abgesagt. Beide Beiträge können in den Augen der Herausgeber als kontroverse Diskussionsbeiträge sinnvoller Weise nur zusammen oder eben gar nicht publiziert werden. Es wurde beschlossen, die Lücke stehen zu lassen und nicht durch Ersatzbeiträge aufzufüllen.


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Inhaltsverzeichnis
Editorial

Sebastian Pittl / Michael Schüßler
Heftschwerpunkt: Konfliktzonen postkolonialer Theologie
Beiträge

Sebastian Pittl / Michael Schüssler
Einführung. Konfliktzonen postkolonialer Theologie

 
Micha Brumlik
Gedenken, ohne zu verrechnen. Michael Rothbergs revolutionäre Theorie „multidirektionalen“ Erinnerns

Kurzbeschreibung dieses Beitrags

Der Beitrag setzt sich mit der Frage auseinander, wie sich über das singuläre Menschheitsverbrechen der Shoah nachdenken lässt, ohne die Leiderfahrungen der Kolonialherrschaft zu vernachlässigen. Zunächst werden die Bezüge zur Debatte um die postkoloniale Israelkritik des afrikanischen Philosophen Achille Mbembe erläutert. Anschließend folgt eine kritische Auseinandersetzung mit den provokativen Thesen A. Dirk Moses zur deutschen Erinnerungskultur nach dem Holocaust. Der von Michael Rothberg entwickelte Ansatz einer „multidirektionalen Erinnerung“ wird dann als weiterführender Ausweg aus den umrissenen Dilemmata verstanden. Das Gedächtnis unterschiedlicher Leiderfahrungen muss nicht auf ein Nullsummenspiel der Opferkonkurrenzen hinauslaufen. Erinnerungen sind miteinander verflochten und können auch zu gegenseitiger Solidarität in einer globalen Welt führen. Abstract This article addresses ways of exploring the Shoah as an act of mass genocide, without neglecting the dark side of colonial rule. First, the debate surrounding the postcolonial critique of Israel by the African philosopher Achille Mbembe is referenced and explained. This is followed by a critical examination of the provocative theses of A. Dirk Moses on German memory culture after the Holocaust. Multidirectional memory, which was developed by Michael Rothberg, is subsequently highlighted as a further way out of the outlined dilemmas in that memories of different experiences of suffering need not amount to a zero-sum game of victim competition. Such memories are entangled and can also lead to mutual solidarity in a global world. Schlüsselwörter/Keywords Holocaust; Kolonialismus; Antisemitismus; Gedächtnis; Opferkonkurrenz; Multidirektionale Erinnerung; Michael Rothberg; A. Dirk Moses Holocaust; colonialism; antisemitism; memory; victim competition; multidirectional memory; Michael Rothberg; A. Dirk Moses

Marion Grau
Notizen zu einer postkolonialen theologischen Ethik des Multidirektionalen Erinnerns

Kurzbeschreibung dieses Beitrags

Dieser Artikel liefert Reflexionen zu einer theologischen Ethik des multidirektionalen Erinnerns mit Blick auf die koloniale Geschichte und benutzt dabei die Erinnerungskonzepte von Johann Baptist Metz und Michael Rothberg. Das Konzept multidirektionalen Erinnerns erlaubt einen produktiven Blick auf das Verhältnis von Shoah und Kolonialismus, ohne dabei eurozentrischen Engführungen oder Relativierungen zu verfallen. Weiterhin wird die Klimakatastrophe als eine Konsequenz kolonialer Ressourcenausbeutung beleuchtet und als Ökogenozid in den Blick genommen. Durch den drohenden Ökogenozid, der durch die moderne Gier nach fossiler Energie weiter befeuert wird, steht auch multidirektionales Erinnern an die Shoah heute in Gefahr, überschattet zu werden. Im Anschluss daran wird gefragt, welche ethischen Prinzipien und Kriterien in der vergleichenden Erinnerung wichtig sind und wie multidirektionales, intersektionelles Erinnern zur Solidarität mit und zwischen Unterdrückten im Horizont der Klimakatastrophe anmahnen kann. Abstract This article offers reflections on the theological ethics of multidirectional memory with regard to colonial history. By juxtaposing Johann Baptist Metz’s work with Michael Rothberg’s concept of multidirectional memory, this article underlines vital elements of postcolonial theological ethics in relation to the latter scholar’s approach to remembering the past. The notion of complex and multidirectional memory is used to reconsider the Shoah and colonialism, without relying on Eurocentrism or relativizing suffering. Due to ongoing colonial extractivism, the climate catastrophe can be seen as the pushing of policies in line with ecogenocide as modern greed for the acquisition of fossil fuels accelerates environmental destruction. By putting human society in severe danger, these developments threaten to overshadow the memory of the genocides of the past, particularly the Shoah. This essay concludes by considering which ethical principles and criteria should be guiding multidirectional memory and how the phenomenon can contribute to fostering solidarity between the oppressed against the backdrop of the climate catastrophe. Schlüsselwörter/Keywords Multidirektionales Erinnern; postkolonial; Shoah; Ökogenozid; Johann Baptist Metz; Michael Rothberg; bell hooks; William Du Bois; Kathryn Yusoff; Mystik der offenen Augen Multidirectional memory; postcolonialism; holocaust; ecogenocide; Johann Baptist Metz; Michael Rothberg; bell hooks; William Du Bois; Kathryn Yusoff; mysticism of open eyes

Lesen Sie diesen vollständigen, ungekürzten BeitragSigrid Rettenbacher
Über das, was gesagt und was nicht gesagt wird. Postkoloniale Perspektiven auf interreligiöse Begegnungen am Beispiel des christlich-muslimischen Dialogs

Kurzbeschreibung dieses Beitrags

Interreligiöse Begegnungen sind ambivalent: Sie finden im Spannungsfeld von universalen Ansprüchen und partikularer Ausdrucksgestalt statt und sind deshalb immer diskursive Ausverhandlungsprozesse von Identitäts-, Repräsentations- und Machtfragen. Der Artikel geht der Frage nach, welche Erkenntnisgewinne die Theorie- und Methodenwerkzeuge postkolonialer Theorien für das interreligiöse Gespräch – konkret den christlich-muslimischen Dialog – bringen können. Ausgehend von der postkolonialen Einsicht, dass religiöse Identitäten keine fix vorgegebenen Entitäten sind, sondern an der Grenze bzw. im Zwischenraum zwischen religiösen Identitäten in machtbesetzten Konstellationen diskursiv verhandelt werden, wird aufgezeigt, welche Einsichten ein Fokus auf das, was im interreligiösen Dialog gesagt und – vor allem – was nicht gesagt wird, für ein vertieftes Verständnis des Dialogprozesses sowie der anderen und der eigenen religiösen Identität beitragen kann. Abstract Interreligious encounters are ambivalent. They are characterized by the tension between the universality of absolute claims and the particularity of contextually influenced manifestations of religious traditions. That is why interreligious encounters are the site of discursive struggles in relation to identity, representation, and power. This article discusses the various insights that can be gained by adopting theoretical and methodological tools from postcolonial theories in the context of interreligious encounters, especially when focusing on Christian–Muslim dialogue. If one takes seriously the postcolonial awareness that religious identities are no naturally given entities that are determined once for all but rather are discursively constructed in the traditions, one can discern what is said and what is not said in interreligious encounters and how these spoken and unspoken aspects inform our understanding of the religious identity of our own and the other tradition(s) and the process of interreligious dialogue itself. Schlüsselwörter/Keywords Postkoloniale Theorien; diskursive Identitätsverhandlungen; Macht; Repräsentation; Bedeutung des Nicht-Gesagten; interreligiöse Begegnungen; christlich-muslimischer Dialog; Universalität; Partikularität Postcolonial theories; discursive constructions of identities; power; representation; the importance of what is not said; interreligious encounters; Christian–Muslim dialogue; universality; particularity

Ruggero Vimercati Sanseverino
Perspektiven postkolonialer Kritik für die theologischen Hadith-Studien. Überlegungen zu den Begriffen „Authentizität“ und „Tradition“

Kurzbeschreibung dieses Beitrags

Der Artikel skizziert am Beispiel der islamisch-theologischen Hadith-Forschung, wie das koloniale Erbe westlicher Islamforschung trotz aller kritischen Debatten um Orientalismus und Othering der letzten Jahrzehnte weiterhin latent wirksam ist. Spezifisch westlich geprägte Vorstellungen von „Authentizität“ und „Tradition“ bilden bis heute die Grundlage, auf der in der Islamforschung Texte des Hadith gelesen, analysiert und auch in normativer Hinsicht beurteilt werden. Es wird aufgezeigt, wie eine postkolonial sensibilisierte Forschung dabei helfen kann, die impliziten normativen Ansprüche der genannten Authentizitäts- und Traditionskategorien offen zu legen. Eine solche dekonstruktive Arbeit eröffnet neue Möglichkeiten einer spezifisch theologischen Hadith-Forschung. Abstract Using the example of Islamic theological hadith research, this article outlines how the colonial legacy of Western Islamic studies continues to be latently effective, despite the emergence of critical debates about Orientalism and othering in recent decades. In particular, Western-influenced notions of authenticity and tradition continue to form the basis on which texts of the hadith are read, analyzed, and also judged in normative terms in Islamic studies. This essay demonstrates how research that is sensitive to postcolonialism can help to reveal implicitly prescriptive claims regarding the aforementioned categories of authenticity and tradition. Such deconstructive work specifically opens up new possibilities for theological hadith research. Schlüsselwörter/Keywords Hadith-Wissenschaften; Islamwissenschaften; Islamische Theologie; Tradition; Authentizität; Orientalismus Hadith sciences; Islamic studies; Islamic theology; tradition; authenticity; Orientalism

Ina Kerner
Den Zeitläufen Rechnung tragen. Für eine religionskritische Wende im postsäkularen Feminismus

Kurzbeschreibung dieses Beitrags

Der Beitrag wirft einen selbstkritischen Blick auf den westlichen Feminismus und seine weitgehende Distanz gegenüber religionsbezogenen Fragen und Problemen. Ausgehend von Geschlechtergerechtigkeitsdefiziten der katholischen Kirche und einem beständigen geschlechterpolitischen Einsatz auch anderer Religionsgemeinschaften plädiert er zunächst für eine breite feministische Hinwendung zum Thema der Religion. In einer Diskussion des postsäkularen Feminismus, der ebenfalls für eine solche Hinwendung wirbt, thematisiert der Beitrag die Konzentration vieler postsäkularer Positionen auf die Handlungsfähigkeit religiöser Frauen und die Kritik der Kolonialität des Säkularismus. Angesichts anhaltender geschlechterhierarchisierender Einsätze der Religionsgemeinschaften schlägt der Beitrag daher eine religionskritische Wende im postsäkularen Feminismus vor, die neue Bündnisse mit kirchenkritischen Aktivistinnen wie Maria 2.0 und den feministischen Theologien einschließt. Abstract This essay takes a self-critical look at Western feminism and its far-reaching distance from religious questions and problems. Starting from gender-justice deficits of the Catholic Church and a consistent commitment in gender politics also on the part of other religious communities and institutions, in a first step it pleads for a feminist turn towards religion. In a discussion of post-secular feminism, which also advocates such a turn, the article addresses the focus of many post-secular positions on the agency of religious women and the critique of the coloniality of secularism. In light of ongoing fostering of gender hierarchies by religious actors, the article proposes a critical turn toward religion in post-secular feminism, which includes new alliances with churchcritical activists such as Maria 2.0 as well as with feminist theologies. Schlüsselwörter/Keywords Feminismus; Postsäkularität; Religionskritik; katholische Kirche; Postkolonialismus; Rosi Braidotti; Feministische Theologie; Maria 2.0 Feminism; post-secularity; critique of religion; Catholic Church; postcolonialism; Rosi Braidotti; feminist theology; Maria 2.0

Musa Dube
“What is the Truth?” (John 18:38). A Postcolonial Trickster Reading of Jesus’ Arrest and Trial

Kurzbeschreibung dieses Beitrags

Das Johannesevangelium wurde in einem kolonialen Kontext geschrieben. Die Jüdinnen und Juden wurden vom Römischen Reich kolonisiert. Wir begegnen dem Statthalter Pilatus und seiner Armee, die die Interessen des Römischen Reiches vertreten. Die Leserinnen und Leser begegnen auch verschiedenen jüdischen Gruppen wie der Bewegung Johannesʼ des Täufers, der Jesusbewegung, den Pharisäern, Schriftgelehrten und Priestern. In diesem Aufsatz verwende ich postkoloniale und Trickster-Theorien, um die Verhaftung Jesu und den Prozess gegen ihn zu lesen. Der Beitrag diskutiert die These, dass die Pharisäer, Schriftgelehrten und Priester zwischen Kollaboration und Widerstand agieren und Pilatus vorgaukeln, dass sie dem Römischen Reich gegenüber loyal sind. Ihre Zusammenarbeit wird als ein Prozess des Agierens im „Dritten Raum“, dem Zwischenraum, gelesen, in dem Kollaboration Widerstand signalisiert. Bei der Bewertung der Haltung Jesu gegenüber dem Imperium ergeben sich widersprüchliche Perspektiven. Während seine Feinde und Anhänger ihn als Gegner des Römischen Reiches charakterisieren, vertritt die johanneische Theologie eine kolonisierende Ideologie. Abstract The gospel of John is written in a colonial context. The Jews are colonized by the Roman Empire, and we encounter Governor Pilate and his army, representing the interests of the Roman Empire. Readers also encounter different Jewish groups, such as the John the Baptist movement, the Jesus movement, the Pharisees, scribes, and priests. In this paper, I use postcolonial and trickster theories to read the arrest and trial of Jesus. The paper argues that the Pharisees, scribes and priests are operating between collaboration and resistance and are tricking Pilate to believe that they are loyal to the Roman Empire. Their collaboration is read as a process of operating in the third space, the inbetween space—where collaboration signals resistance. The assessment of Jesus’ stance towards the empire finds conflicting perspectives. While his enemies and supporters characterize him as an opponent to the Roman Empire, the Johannine theology propounds a colonizing ideology. Schlüsselwörter/Keywords Postkolonialismus; Trickster; doppeltes Bewusstsein; Kollaboration; Widerstand; Pharisäer; Jesusbewegung; Römisches Reich; Kolonialismus; Johannesevangelium Postcolonialism; trickster; double consciousness; collaboration; resistance; Pharisees; Jesus’ movement; Roman Empire; colonialism; John’s Gospel

Kritisches Forum / Themen der Zeit
Ottmar Fuchs Plädoyer für einen postkolonial basierten Kampf gegen den Antisemitismus
 

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